Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601

                                                                                                                                                                                                 

 

                           


Neues Gotteslob - Themenseite 3 - Meinungen              

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Hinweis in eigener Sache: Insbesondere mit dieser Seite soll das Ziel verfolgt werden, eingedenk aller Vorzüge die berechtigte Kritik am neuen Gotteslob zu artikulieren. Dieses geschieht im Gegensatz zu den zahlreich verbreiteten Werbemetaphern, die nicht selten durch wirtschaftlich Abhängige oder auch fachlich Unkundige ermöglicht werden. Weitere kontroverse Stellungnahmen sind herzlich willkommen und werden jeweils nach Rücksprache - selbstverständlich auch anonymisiert - veröffentlicht.  (mpk)         _____________________________________________________________________  

- Peter Planyavsky zum Orgelbuch des Gotteslob-Stammteils: "Es ist unüblich, jemandem eine Besprechung anzuvertrauen, der selbst in irgendeiner Form am Zustandekommen der Publikation mitgewirkt hat. Peter Planyavsky hat nur einen einzigen Orgelsatz neu für das Orgelbuch zum Stammteil verfasst; einige weitere Sätze sind aus dem alten Orgelbuch übernommen worden. In Anbetracht dieses sehr geringen Anteils hat ihn die Redaktion der österreichischen Kirchenmusik-Zeitschrift „Singende Kirche“ um diese Besprechung ersucht, zumal er auf Grund seiner Mitwirkung an anderen Orgelbüchern (EG Bayern, David, Orgelbuch light zum neuen GL etc.) eine große Affinität zur ..."  mehr  (info kirchenmusik 2015/1, S. 17-30; pdf S. 9-15) 

- Geänderte Melodien im neuen Gotteslob: "Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Melodien im neuen Gotteslob verändert worden ist, wenn auch teilweise nur in geringem Maß. Es liegt in der Hand der Organisten, diese Veränderungen zu erkennen und mit pädagogischem Geschick in die Praxis umzusetzen." (Wolfgang Nickel, in: Kirchenmusikalische Informationen - Kirchenmusik im Bistum Osnabrück - Heft 48 - März 2015 bis September 2015)

- Erschrocken über das große Desinteresse am neuen Gotteslob: “Natürlich habe ich alles, was mit dem neuen Gotteslob zusammenhängt, mit Interesse verfolgt. Und mir ist auch klar, dass es ein „ideales” Gesangbuch nicht geben kann. Erschrocken bin ich jedoch über die Tatsache, dass ich nirgends ein Diskussionsforum über das neue Gesangbuch finden konnte, dass in nahezu allen Gemeinden das neue Gotteslob ausliegt, dass kaum jemand sich das neue Gesangbuch gekauft hat und dass im Grunde das Gesangbuch niemanden interessiert.

In der Presse sind ein paar PR-Artikel erschienen („... das lange erwartete Gotteslob ...”), aber das war es auch schon. Ich erinnere mich noch an die Diskussion in den Siebziger Jahren, als das erste Gotteslob eingeführt wurde. Damals fand die ganze Diskussion, sehr engagiert, in der Presse und in Fachzeitschriften statt, jetzt habe ich den Eindruck, dass das neue Gesangbuch auf völliges Desinteresse stößt. Keiner(!) meiner (gläubigen) Bekannten hat es für nötig gefunden, sich das Gotteslob zu kaufen; es liegt ja aus. Und es werden ohnedies die schon bekannten Lieder, halt mit neuer Nummer, gesungen.

Ich vermute zudem stark, dass die Tatsache, dass altes und neues Gesangbuch „Gotteslob” heißen und sogar die gleiche Abkürzung „GL” haben sollen, eher zur Verwirrung beigetragen hat. Die Abkürzung „GL” steht ja für das (viel ältere) Gemeinschaftsliederbuch des Gnadauer Verbandes; ich selbst verwende für das alte Gotteslob als Abkürzung „EGB” (Einheitsgesangbuch) und „GGB” (Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch) für das neue. Man muss ― zumindest jetzt, in der Übergangszeit ― beide Bücher im Blick haben, etwa, wenn ich Lieder für den nächsten Gottesdienst aussuche und sage oder schreibe, dass sich das Lied GGB x im EGB unter der Nummer y findet.

Mein persönlicher Eindruck vom GGB ist, dass es etwas besser ist als das EGB, allerdings werfen schlechte Texte (etwa GGB 96 im Vergleich zu EG 266) oder unglückliche Liedverkürzungen (GGB 418 vs. EG 361), aber auch die ― offenbar aus dem Würzburger Vorgängergesangbuch „Ave, Maria” (AM) stammenden ― rhythmischen Rück-Veränderungen (etwa GGB 237 „Vom Himmel hoch ...” aus AM 228; GGB 542 „Ihr Freunde Gottes ...” aus AM 315) doch Fragen auf. (...) Rhythmisch schlechtere Melodien (um-)zulernen, erscheint uns nicht verantwortbar.

Eingeführt hatten wir das GGB an Pfingsten. Bisher habe ich immer nur bekannte Melodien ausgesucht; wir wollen aber am kommenden Sonntag versuchen, GGB 465 „Das Jahr steht auf der Höhe ...” (Melodie EG 501 „Wie lieblich ist der Maien ...”) neu zu lernen. Der Text erscheint mir gut zu sein, was ich aber von den Produkten der katholischen „Lobby-Dichter” (Thurmair-Mumelter, Thurmair, Dörr, Raymund Weber ...) nicht immer sagen kann. Auch das würde eigentlich eine Diskussion verdienen.“ (Name der Red. bekannt)

- Weitere erhebliche Verzögerungen nach 12 Jahren Vorbereitung: Die wichtigste Begleitpublikation zum neuen Gotteslob namens Orgelbuch zum Stammteil kann vermutlich erst im Dezember 2014 ausgeliefert werden. Andere Informationen zufolge kann man bereits mit einer Auslieferung im September 2014 rechnen. In ebenfalls gut unterrichteten Kreisen wird jedoch darüber gemunkelt, dass der Erscheinungstermin völlig ungewiss sein soll, da einige lizenzrechtliche Verhandlungen bislang zu keinem Ergebnis geführt hätten. Das verunsichernde Spekulieren scheint leider kein Ende zu nehmen. In dieser unprofessionell geregelt anmutenden Situation fällt auf, dass das jetzt auf den Markt kommende neue "Orgelbuch der Domorganisten" eine gute Hilfe darstellen könnte.  mehr  GL- News & Links 

- Orgelbuch kommt wohl erst Ende Juni 2014 - Verärgerung bei vielen Organisten: "Die Geschäftsleitung der Katholischen Bibelanstalt teilte am 25. März 2014 mit, dass "ein Erscheinen des Orgelbuchs für den Stammteil des neuen Gotteslobs nach heutigem Stand der Dinge Ende Juni 2014 realistisch ist". [...] Dass diese wichtige Begleitpublikation auch zum Ende des ersten Quartals 2014 immer noch nicht erhältlich ist, trübt für viele Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker ..."  mehr 

- Neuer YouTube-Kommentar: "Wie kann denn ein Gotteslob rückwärtsgewandt sein? Ich würde mal lieber nicht so viel heiße Luft in die Gegend blasen, sondern mal darüber nachdenken,wie etwas falsch daran sein soll, Meinungen zu vertreten,die Jahrhunderte bestand hatten. Zeitgeist,da mag man weniger anecken,aber wäre die Kirche ..."  mehr  

- Ein frustrierter anonymer Organist: "Wann erscheint endlich das Orgelbuch zum Stammteil? Es ist wirklich ein Armutszeugnis, was hier geschieht!!!!"  

- Zwischen Enttäuschung und Zuversicht: Das neue Gotteslob aus der Sicht des Textdichters und Komponisten Markus Pytlik  mehr 

- Vom ersten guten Eindruck und dem substanziellen Nachbesserungsbedarf: Ein Liturgiewissenschaftler, ein Pfarrer und eine Kirchenmusikerin beurteilen das neue Gotteslob in einer Sendung des SWR  mehr  

- "St. Michael kritisiert „Gotteslob“ - Gemeinde lehnt den Kauf vorläufig ab: Das „Kleine Senfkorn Hoffnung“ wird in St. Michael gerne gesungen. In den Stammteil des neuen „Gotteslob“ hat es das Lied nicht geschafft. Dem gegenüber aber wurden „recht fragwürdige Lieder“ aufgenommen. So steht es im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Darin stellt Roland Breitenbach die Frage, wie man heute noch solch blutrünstige Lieder ..."  mehr 

- "Überhaupt lässt sich eher ein konservativer Zug des ganzen Gesangbuch-Unternehmens feststellen, das offenbar mit viel Behutsamkeit vorangetrieben wurde." (Michael Gassmann, Sympathien für die Tradition - Das neue Gotteslob. In: Stimmen der Zeit. Die Zeitschrift für christliche Kultur, H. 11 (2013) 783.

- Zu den wahren Gesamtkosten des neuen Gotteslobs: Der als konservativ geltende Dogmatiker Johannes Stöhr brachte die angesichts der auffälligen Geheimhaltung brisante Frage nach den wirklichen Kosten für das Prestigeprojekt der deutschen Bischöfe ins Spiel. O-Ton Stöhr: "Auch bei der Vorbereitung einer Neuausgabe des deutschsprachigen Gotteslobes hat man eine Art „Großprojekt“ gestartet und dazu viele Kommissionen und Fachleute herangezogen; die Herausgabe hat sich lange Jahre verzögert. An Vorschusslorbeeren und Selbstlob fehlt es auch bei diesem Unternehmen nicht. Doch ein unproblematischer Höhenflug ist fraglich. (...) Wirkliche Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell müssten natürlich die Aufwendungen an Zeit und Unkosten aufwiegen! Beobachtet man jedoch die bisherige Geheimhaltungspraxis, wird man sich fragen, ob hier eine Offenlegung der Gesamtkosten überhaupt erwünscht ist! Gibt es einzelne Copyright-Forderungen in fünfstelliger Höhe?" 

- "Das in den Gemeinden wohl am meisten gesungene Glaubensbekenntnis (Nr. 467) ist im neuen Gesangbuch nicht mehr enthalten. Da kommen Fragen auf." (Roland Breitenbach

- Zur "Beteiligung der Laien" am neuen Gotteslob: "Die Vorarbeiten zum neuen Gotteslob, die der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann leitete, zogen sich zwölf Jahre hin. Kircheninterne Kritik entzündete sich daran, dass – anders als beim ersten Gotteslob 1975 – Laien kaum an der Auswahl der Texte und Lieder beteiligt wurden. Dass sich die Bischöfe das Gesangbuch auch noch vom Vatikan absegnen ließen, lehnte die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ als vorauseilenden Gehorsam ab. Einige ihrer Befürchtungen haben sich aber ..."  mehr     

- Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg zu einem Teil des Druckergebnisses: "Ich bin enttäuscht über die mindere Qualität und empfinde die so verursachte zeitliche Verzögerung als sehr ärgerlich. Die Vorfreude auf das neue Gotteslob sollten wir uns aber dadurch nicht trüben lassen."  mehr                                                                                               
- "Das wird sicher lustig bei den vielen "geringfügig geänderten" Liedern." (anonymes Posting) 

- "Das Neue am „Gotteslob“ ist wohl auch die umfangreiche Beteiligung von Kirchengemeinden während des Entstehungsprozesses." (aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz)    

- Gemeinde-Randnotiz zu einer noch nicht entschiedenen Einführung des neues Gotteslobs: "Für den Fall, dass Sie sich ein neues Gotteslob anschaffen möchten, weisen wir darauf hin, dass zur Zeit noch keine Gemeinde unserer GdG entschieden hat, das neue Gotteslob überhaupt einzuführen. Wir halten Sie auf dem Laufenden." (Website der Großgemeinde St. Johannes Baptist Mechernich/Abruf 27.06.2013)

- Frage: Ist das neue Orgelbuch in Ringheftung bezahlbar?  mehr

- Fachkräfte gesucht: "Natürlich bedarf es insbesondere bei der Einübung neuer Gesänge und Lieder der musikalischen Fachkräfte. Hier sind unsere Organistinnen und Organisten aufgerufen, sich rechtzeitig und gründlich (kursiv durch die Red.) mit den überarbeiteten und neuen Orgelbegleitsätzen zu befassen. Das RKM bietet eigene Fortbildungskurse an, um die neuen Orgelsätze vorzustellen. Bitte nutzen Sie diese Angebote und bringen Sie Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten ein!" (aus dem Bistum Limburg)  

- Liedauswahl: Welcher Teufel hatte die klandestin wirkenden Gotteslob-Spezialisten geritten, untadelige und höchst verbreitete Lieder zu tilgen, so auch GL 467 "Wir glauben an den einen Gott"?  mehr 

- Kardinal Lehmann und das neue Gotteslob: "Man hat zu wenig gesehen, dass es Freiheit nur geben kann, wenn sie auch mit verbindlicher Ordnung einhergeht, dass sie Kriterien hat, die es zu berücksichtigen gilt. Da sind manche sicherlich übers Ziel hinausgeschossen. Gleichwohl bestreite ich, dass ein bloß restaurativer Weg der richtige ist. Im Augenblick sehe ich zudem eine Wiederkehr und Ausdehnung von Zentralismus, gerade in Fragen der Liturgie. Was da alles von den Ortskirchen vorgelegt werden soll, ist schon erstaunlich: unser neues Gesangbuch, die Lieder darin, die Bibelübersetzung ... Das gab es bisher nie und ist gegenüber der nicht großen, aber beträchtlichen liturgischen Verantwortung der Einzelkirchen eigentlich doch ein Rückfall." (Kardinal Karl Lehmann, in: Kirche + Leben, Kath. Wochenzeitung für das Bistum Münster, 07.10.2012, Nr. 40, S. 4)  

- Erklärungen der Entscheidungsträger: "Im Jahre 2010 begann die Endredaktion des Stammteiles, es kam die Stunde der Wahrheit, was hat denn nun wirklich im neuen Gotteslob Platz, das keinesfalls dicker werden durfte als das alte. (...) Die meisten haben dies sportlich genommen, und am Tag der Approbation konnten sich eigentlich alle als „Sieger“ fühlen. Das Approbationsverfahren mit der Einarbeitung der bischöflichen Modi wurde 2011 durchgeführt. Danach folgte die Phase der Recognitio durch die römische Gottesdienstkongregation, die - was aufgrund von Indiskretionen in großen deutschen Medien breit getreten wurde - nicht frei von Spannungen gewesen ist." (Franz Karl Praßl, Gotteslob ante portas. Was das neue Gebet- und Gesangbuch bringt, in: Herder Korrespondenz Heft 05 - 2013)

- Neues Gotteslob nicht in Rom vorgelegt? Bischof Dr. Friedhelm Hofmann differenziert: "Demnach müssen Texte der in der Liturgie verwendeten Gesänge - und damit sind in erster Linie Messgesänge gemeint - der Gottesdienstkongregation vorgelegt werden. Das neue Gotteslob wurde nicht in Rom vorgelegt. Für seine Erstellung waren allein die Ortsbischöfe zuständig."  mehr  

- Bemerkenswerter YouTube-Kommentar: "Dass so wenig an die Öffentlichkeit drang, hat damit zu tun, dass bei einer öffentlichen Diskussion nie ein neues Buch ..."  mehr 

- Zorn in der Kirche: "Gegen Ende ihrer Frühjahrskonferenz, die am morgigen Donnerstag, dem 21. Februar 2013, abschließt, wollen sie über das neue Kirchengesangbuch berichten, das zum Advent 2013 in den Gemeinden eingeführt werden soll. Brav hatten die deutschen Bischöfe ihre Liedauswahl nach Rom ..."  mehr   

- Daniel Deckers in der FAZ über das neue Gotteslob, das überlange Warten, die durch Acht bedrohten Oosterhuis-Lieder und das Handeln der Bischöfe - allen römischen Widerständen zum Trotz  mehr  

- Aktualisierter Kommentar (... Babylonische Liederverwirrung durch Retro-Melodien? ...) auf der Gotteslob-Themenseite Nr. 1  mehr 

- Norbert Lammert: "Mir ist es als praktizierendem Katholiken zum Beispiel schlicht unverständlich, wie deutsche Bischöfe Gesangbücher in Rom genehmigen lassen wollen und müssen." (Publik-Forum Nr. 23/2012)

- "Es bleibt bei den bisherigen Liedern von Oosterhuis. Lediglich 2 zusätzliche Texte von ihm werden im neuen GL sein. Was völlig neu hineinkommt sind etliche Taize-Gesänge, einige ostkirchliche Antiphonen und neues geistlches Liedgut, das ..." (Hier wäre die Offenlegung der Quelle und deren Erstellungsdatum durchaus von Interesse für die Allgemeinheit; Anm. d. Red.) - "Herr Oosterhuis ist ein abgefallener Priester, das merkt man auch an den Texten seiner Lieder, das sind keine Lobpreisgesänge sondern ..."  mehr   

- Seite der Zeitschrift "kontinente" mit zahlreichen neuen Feedbacks - "Neues Gotteslob: Wessen Lieder genehmigt Rom? ... Aus Rom jedoch kamen bereits kritische Rückfragen. Nicht etwa wegen Oosterhuis Texten, sondern weil er dort offenbar in Verdacht steht, kirchenspalterisch zu agieren. Und anders als beim „alten“ Gotteslob hat diesmal ..."  mehr  

- Kirchenmusikalische Planungsunsicherheiten 2013: "... bitte ich um Auskunft, welche Gloria- und Sanctus-Gesänge des jetzigen Gotteslobes im GOTTESLOB NEU definitiv enthalten sind und bei denen auch Melodie und Text mit dem alten Gotteslob übereinstimmen. ... Ich weiß, dass nicht nur mir die geheimgehaltenen Angaben zum neuen Gotteslob unter den Fingernägeln brennen, doch bräuchte ich für die Jahresplanung 2013 dringend diese (und nicht nur diese) Antworten." (Felix Kümmel/26.12.2012)            

- Katholisch.de: "Für Kontroversen hatte in den vergangenen Monaten auch das Gerücht gesorgt, dass auf Anweisung Roms keine Lieder des niederländischen Theologen Huub Oosterhuis im neuen Gotteslob auftauchen sollten. Das neue Gesangbuch soll allerdings nach Angaben der Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück auch Werke des ehemaligen Jesuiten, der 1970 das Priesteramt niederlegte und heiratete, enthalten."            

- GotteslobLeaks für geduldige Lämmer? Die im Netz durch Indiskretion kursierenden und den skandalösen bischöflich verantworteten Informationsmangel etwas ausgleichenden Gesamtverzeichnisse des zukünftigen Gotteslobs verwirren den unkundigen Betrachter, denn die wichtigen Daten werden häufig nicht beachtet. So verhält es sich wohl auch mit einem weiteren jüngst in Umlauf gekommenen PDF-Dokument aus 2010. Dazu lässt sich freilich anmerken, dass die Endredaktion des Stammteils erst in 2011 auf den Weg kam und daraufhin in Rom zur Vorlage gebracht wurde. Das - sich dem Vernehmen nach auf dem Weg befindliche - vatikanische Zensoren-Endergebnis wäre von dieser Endredaktion ebenfalls zu unterscheiden. Gleichwohl müsste bereits durch die genannte Liste deutlich werden, dass deutliche Tendenzen feststellbar sind. Gewiss ist es in einem gewissen Rahmen nachvollziehbar, Gesänge wie „Mein Hirt ist Gott der Herr“, „Singt dem König Freudenpsalmen“ oder auch ...  mehr          

Geheimes Gebet- und Gesangbuch: "GGB steht für „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“. Das erste G könnte auch „geheim“ abkürzen. Denn unter Ausschluss der Öffentlichkeit überarbeiten die Bischöfe das katholische Gesangbuch. ... Der Würzburger Bischof leitet die „Unterkommission GGB“ der Bischofskonferenz. Der 70-Jährige wird der konservativen Minderheit um den Kölner Kardinal Joachim Meisner zugerechnet – und die schätzt Oosterhuis nicht sonderlich. Fragen nach dessen Liedern weist Hofmann schriftlich zurück: Hier gebe es nur „Spekulationen, an denen ich mich nicht beteiligen möchte“. Hofmann soll mittlerweile eine Gotteslob-Fassung zur Prüfung nach Rom übersandt haben – mit den Oosterhuis-Liedern. Die, so das vermutete Kalkül, fallen dann halt im Vatikan durch, bei der zuständigen Gottesdienst-Kongregation. Dort sind keine Oosterhuis-Fans zu vermuten: Kardinal Meisner ist eines der dienstältesten Mitglieder der Kongregation. Und ihr Präfekt, der spanische Kardinal Antonio Cañizares Llovera, fiel zuletzt mit einem freundlichen Vorwort für eine Choralsammlung der rechtsradikalen Piusbrüder auf." (Westfälischer Anzeiger - Dr. Elisabeth Elling - 11.07.2012)  mehr        

- "Seit Jahren arbeitet die katholische Kirche an einem neuen "Gotteslob". Nun ist ein Ende des Mammutprojekts in Sicht, das den Katholiken ein neues Gebet- und Liederbuch bescheren soll. Allerdings droht einigen Liedern die Zensur, unter anderem denen des niederländischen Dichters Huub Oosterhuis - wegen seines ..."  mehr    

- "Hallo zusammen! Ich bin erst neu auf die Seite hier und in youtube gestoßen. Ich wusste gar nicht, dass es um das neue Gotteslob so viel Wirbel gibt, was ich größtenteils übertrieben finde. Modernere Lieder wie die der 68er-Generation finde ich inhaltlich einseitig und karg. Es dreht sich immer nur um den Menschen im Gottesdienst, sodass daraus ein Menschendienst wird. Viele Lieder könnte man auch am Lagerfeuer oder im Musikunterricht singen. Das passt zu keiner heiligen Messe, die zuerst das Begehen eines lebendigen Opfers, nämlich Christus selbst, ist und später auch als Eucharistie betrachtet werden kann. Eine lustige Mahlfeier mit Liedern von Oosterhuis ist da deplatziert. Das ist meine Meinung, obwohl ich die Lieder und Texte von Oosterhuis schätze, jedoch nicht im Gotetsdienst. Dass Kardinäle oder Bischöfe wegen ihrer konservativen Einstellung so stark kritisiert werden, finde ich eitel, eingebildet und überheblich. Diese Leute haben Gründe, warum sie so entscheiden, wie sie entscheiden. Und sie haben Recht. Viele Dinge, die nach dem 2. Vat. Konzil entstanden sind, sind nicht immer gut für die Kirche gewesen. Auch in Sachen Kirchenmusik muss immer Gott im Mittelpunkt stehen und nicht der Mensch, der sich wichtiger fühlt oder befeiern möchte. Texte aus dem Mittelalter z.B. von Thomas von Aquin oder aus dem 19. Jahrhundert sind den heutigen Menschen zwar fremder, zeugen jedoch von einer echten und tiefen Frömmigkeit, die gerade dem heutigen modernen Menschen fehlen. Durch solche Beispiele sollten wir uns leiten lassen. Ich hoffe wirklich, dass getreu der Weisung des 2. Vat. Konzils wieder mehr Gregorianischer Choralgesang und traditionelle, lateinische (mit Übersetzung) Kirchenmusik im neuen Gotteslob im Mittelpunkt stehen. Wer englische Lieder oder Progressives will, kann ja in die evangelische Kirche gehen. Die braucht nämlich dringend neue Mitglieder, weil die stark am schrumpfen ist. Soweit zu meiner ehrlichen Meinung von einem 18-jährigen Kirchgänger im Bistum Dresden-Meißen" (anonymes Feedback vom 06.05.2012)            

- "… von beliebten Kirchenliedern - Sehr viele Lieder in unsern Kirchengesangsbüchern stammen aus dem 15., 16., 17. Jahrhundert. Manche davon sind für „heutige“ Menschen kaum mehr singbar („Steckt auf die Zweiglein der Gottseligkeit“ usw.) Für viele sind die Lieder des Niederländers Huub Oosterhuis ..."  mehr  (20.04.2012)  

- "... Aanleiding voor het artikel was waarschijnlijk een beschouwing uit Musik und Theologie. Maar uit dit artikel blijkt dat er veel meer speelt dan de vraag of je voor of tegen Oosterhuis bent. Het gaat om de vraag in hoeverre pluriformiteit ..."  mehr  (18.04.2012)  

- "„Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr.“ So beginnt eines der der bekanntesten Lieder im Gotteslob, dem Gesangbuch der katholischen Kirche. Kürzlich hat der Würzburger Bischof bekannt gegeben, nach jahrelangen Vorarbeiten sei zu Weihnachten 2013 ein neues Gotteslob zu erwarten. Schon sickert durch, dass ..."  mehr  (siehe Mittwoch, 28. März 2012 - Das Ortsgespräch am Mittwoch)  

- "Neues Gotteslob für Katholiken (...) Im Internet bringen sich die Kritiker bereits in Stellung. Sie befürchten die Streichung ökumenischer Lieder und Gebete zu Gunsten konservativerer Stücke. Allein aus finanziellen Gründen würden Gemeinden beim bisherigen Gotteslob mit ergänzenden Liederbüchern bleiben. (asc)"  (Westfälischer Anzeiger - Zeitung für Hamm - 7. April 2012)   

- Öffentliche Facebook-Seite "Memorandum Freiheit - Ein notwendiger Aufbruch in der katholischen Kirche: "Was ist das nur für eine Kirche? – rückwärtsgewandt, Geheimnistuerei und Vertuschen, Zensur a la moderner "Inquisition", geleitet von Hardlinern und Denunziantentum und AUSGRENZUNG! und möglicher Weise ein "GELENKTER" Dialogprozess? Wann werden wir endlich unseren Glauben ohne diese Begleiterscheinungen in Frieden und Freiheit leben können, wie uns dies unser Konzil hoffen ließ?"  mehr 

 - "Es wird so viel spekuliert. Lasst es doch erstmal releasen! Vielleicht wird es ja gut. Allem eine Chance geben!" - "Und die Sorge, dass am Schluss etwas anderes heraus kommt, halte ich für berechtigt. Tragfähige Fakten, die man überprüfen kann, gibt es doch noch nicht, oder?" - "Ich habe das komplette Inhaltsverzeichnis vom Stammteil des neuen GL vorliegen. Es entspricht NICHT - ich betone - NICHT den Tatsachen, dass die Osterhuis Lieder nicht mehr enthalten sind." - "... Von einem Syllabus zu reden oder von einer spirituellen Verarmung ohne die Lieder von Oosterhuis halte ich allerdings für stark übertrieben, schließlich gibt es ..."  mehr im YouTube-Kommentarfeld    

- "... Das Lied (und weitere Texte von Oosterhuis) sollen im neuen “Gotteslob”, dem für 2013 geplanten neuen katholischen Gesangbuch, nicht mehr enthalten sein, weil der niederländische Dichter und Theologe in konservativen katholischen Kreisen in Ungnade gefallen ist: der ehemalige Priester und Jesuit ist seit über 30 Jahren verheiratet.
... Ein “Gotteslob” ohne “Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr”? Eine traurige Vorstellung. Und wenn es stimmt, dass bestimmte Instanzen der Amtskirche Oosterhuis aufgrund seines Privatlebens aus dem überarbeiteten Gesangbuch kicken wollen, dann empfinde ich das als Skandal und Bevormundung der singenden, betenden Gemeinden im ganzen Land. Ich mag dieses vergleichsweise junge Lied, weil es ..."  mehr  

- "... Eine konservative Minderheit im deutschen Episkopat (im wesentlichen die Bischöfe Hofmann/Würzburg und Meisner/Köln) tut es den niederländischen Bischöfen gleich und forciert den Rausschmiß der Oosterhuis-Lieder aus dem überarbeiteten katholischen Gesangbuch. ... Sollten sich tatsächlich auch hier vorkonziliar denkende Kräfte durchsetzen, führt dies zu einer weiteren innerkirchlichen Polarisierung und Spaltung zwischen Rom und dem Kirchenvolk." (Wir sind Kirche/24. März 2012)

- "... Wie in den Niederlanden sperrt sich auch in der Bundesrepublik eine konservative Minderheit in der Deutschen Bischofskonferenz gegen den Wiederabdruck der beliebten Lieder. ... Dem Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann gelang es in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission "Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch", die Oosterhuis durchaus wohlgesinnte Bischofsmehrheit auszutricksen. Er arrangierte gemeinsam mit dem Kölner Kardinal Joachim Meisner die Vorlage des Entwurfs in Rom - dort wird der "abtrünnige Priester" natürlich durchfallen." (Initiative Kirche von unten/4. April 2012)

"... Das Lied ist kein Lied des Zweifels, sondern des schieren Unglaubens, des Unchristlichens. Zweifel ist erlaubt, aber das Lied tut ja so, als sei Gott niemals Mensch geworden, als hätten wir kein Evangelium, keine Kirche. ... Die Frage ist jedoch: gehört das in die Messe? Und das verneine ich klar. Wenn die zur Feier des Opfers Christi versammelte Gemeinde im Chore blökt, dass sie weder Gott noch seine Wege kenne, ist das einfach nur grotesk. Und ein weiterer peinlich gescheiterter Versuch, die überlieferten Gottesdienstformen durch Zeitgeistiges zu bereichern. Gerade Oosterhuis belegt ein Wort des Kardinals Marx vortrefflich, der einmal sagte, wer heute den Zeitgeist heirate, sei morgen schon verwitwet. Am Beispiel Oosterhuis' (wie auch Drewermanns et al) sehen wir auch, dass Unglaube sich immer progressiv entwickelt. Deshalb sollte man dem nicht künstlich Raum innerhalb der Kirche verschaffen. Das grenzt an institutionelle Schizophrenie." (aus einem Internet-Forum)     

- "Ich habe mit großer Zustimmung Ihren Artikel über das neue Gotteslob gelesen, stehe als Kirchenmusikerin auch sehr bewußt auf der reformersichen Seite der aktiven Katholiken (habe vor 2 Jahren meinen KiMu-Job bei Kirchens gekündigt, weil ich einfach nicht mehr mitmachen konnte in einem System, das sich derart zurückentwickelt etc.p.p.). Bei Ihrem Artikel schreiben Sie zu Beginn, dass Neuigkeiten zum neuen GL mittels "Printmedien" multipliziert wurden. Welche Medien meinen Sie damit konkret? Mir wurde diese Frage von ahnungslosen KollegInnen gestellt, worauf ich etwas hilflos keine Antwort wußte. Ich habe selbst kürzlich nur zufällig über den neuesten Stand des neuen GL in einem Beitrag in einer fränkischen Zeitung, den mir ein Freund zumailte, etwas lesen können. Bislang galt ja immer höchste Geheimhaltungsstufe! Vor ein paar Jahren hielt ich eine Art "Rohversion" des neuen GLs in den Händen. Einige ausgewählte Gemeinden arbeiteten mit dieser Art Vorabversion ja schon ein halbes Jahr. Die Ergebnisse sind mir aber wenig bekannt. Vielleicht liegt es auch an der Kommunikation durch die Abteilung für Liturgie u. Kirchenmusik ... die da sehr sparsam kommuniziert." (Name d. Red. bekannt)  

Antwort: Herzlichen Dank! Die Erwähnung "Printmedien" bezog sich v.a. auf den Artikel "Gotteslob" von Daniel Decker (FAZ 30.01.2012) und den Beitrag "Verschandeltes »Gotteslob«" von Thomas Seiterich (Publik-Forum 09.03.2012). Die Erwähnungen der Causa in "Christ in der Gegenwart" und "Konradsblatt" sind älteren Datums.  

Dazu ein Zitat aus Deckers FAZ-Text: "... Vor kurzem erst zog die von dem Kölner Kardinal Meisner geleitete Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz das erst zum 1. Advent 2009 eingeführte Liturgiebuch für die Begräbnisfeier zurück: Der deutsche Text, der in vorauseilendem Gehorsam im Geist von "Liturgiam authenticam" in Deutschland erstellt und in Rom gutgeheißen worden war, hatte sich in der Praxis als weitgehend unbrauchbar erwiesen. Dieses Menetekel hinderte Meisner sowie den Würzburger Bischof Hofmann als Vorsitzenden der Unterkommission Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch nicht daran, auf die Vorlage aller Teile des neuen "Gotteslobes" in Rom zu dringen. Denn nur im Spiel über die römische Bande bietet sich die Möglichkeit, als Minderheit in der Bischofskonferenz Mehrheitsbeschlüsse zu torpedieren. Ging es auf diese Weise vor Jahren um Ausstieg oder Verbleib in der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung, so setzen jetzt einige Bischöfe darauf, dass sich der Vatikan der weiteren Verwendung jener Lieder und Gesänge widersetzt, deren Texte auf den Niederländer Huub Oosterhuis zurückgehen.

Dabei zählen die Oosterhuis-Lieder zu den geistvollsten und schönsten zeitgenössischen Dichtungen, so dass sie aus dem Repertoire der meisten Gemeinden nicht wegzudenken sind. Doch will es manchen nicht gefallen, dass Oosterhuis vor langer Zeit aus dem Jesuitenorden austrat und sein Priesteramt aufgab." 
(mpk)  

- "Die Machenschaften jener kleingläubigen, ängstlichen Kreise in dieser Sache gründen wohl in einem menschlich-allzumenschlichen Machtbedürfnis, das die Freiheit eines Christenmenschen mißachtet - und gipfelt aber in der latenten Sünde wider den Heiligen Geist. Sie macht in der Kirchengeschichte den gravierenden Widerspruch aus zum undefinierbaren und unverfügbaren Willen Gottes und hatte auch in den letzten Jahrzehnten Menschen auf dem Gewissen von dem Format eines Bischofs Romero. Dabei ging es nicht nur um das Mobbing gegen einen holländischen Studentenpfarrer ..." (aus einer Zuschrift/Name d. Red. bekannt)     

                                                                                                                        

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