Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601

                                              

 

Reinoldi & Aktuelles   UPDATE November 2016    

   

Roland Eberlein - Die Orgel der Reinoldikirche Dortmund: Denkmal oder Schrott?

"Die Kirchensanierung hat also bisher den Abriß der Orgel mit nachfolgendem Neubau verhindert und wird dies voraussichtlich noch eine ganze Weile tun. Dies gibt der Öffentlichkeit und insbesondere den Verantwortlichen Zeit, die Pläne auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Dabei ist die zentrale Frage: Ist die Reinoldi-Orgel als Kulturdenkmal schützenswert oder ist sie ein bloßer Gebrauchsgegenstand, der nach Gutdünken verändert oder gar entsorgt und ersetzt werden kann?"  mehr     

Walter Büchsel (Sohn des Bunk-Nachfolgers Eduard Büchsel) zum Thema Reinoldi & Orgel  mehr            

      
     

Planung oder Auftrag eines Orgelneubaus?    

Am 1. April 2015 war in den Programmangaben zu einer Reinoldi-Vespermusik Folgendes zu lesen: "Am Ausgang sammeln wir für die neue Orgel an St. Reinoldi, die derzeit von der Firma Mühleisen (Leonberg) geplant wird." Nun sind zum Ende des Jahres genauere Informationen allem Anschein nach immer noch nicht verfügbar. Das verwundert angesichts einer Großgemeinde von ca. 15.000 Mitgliedern, zahlreichen hauptamtlich Beschäftigten und der jahrelangen Beschäftigung mit diesem Projekt.

In Fachkreisen wird infolgedessen darüber spekuliert, ob das Projekt nicht mittlerweile in seiner Dringlichkeit zurückgestellt worden sein könnte, da doch auch die Baussubstanz der Reinoldikirche recht abgängig wirkt. Die Kirchbauverein-Initiatioren von www.Rettet-Reinoldi.de wissen sicherlich sehr viel davon zu berichten: Spenden werden auch hier in großem Stile gesammelt. Es fehlen immer noch 1,5 Millionen Euro. Wer aber stellt ein neues großes Instrument in eine marode Kirche? 

Sicherlich dürfte ein Orgelneubau von Initiativen wie zum Beispiel www.11tes-Gebot.de wenig erfreut aufgegriffen werden. Der Evangelische Kirchentag 2019 in Dortmund war erst kürzlich ein in finanzieller Hinsicht heiß diskutiertes Thema. Es ist kurzum fetstzustellen: Das Orgelprojekt an St. Reinoldi ist wenig vermittelbar.

Es wirft nach wie vor Fragen hinsichtlich der Seriösität auf, wenn mittlerweile seit 2007 die Kosten für eine grundlegende Restaurierung der bedeutenden Reinoldi-Orgel, die mit dem Namen des legendären Konzertorganisten Gerard Bunk eng verbunden ist, nicht öffentlich bekanntgegeben werden. 

In der Betrachtung der Orgelbaugeschichte ist es Konsens, dass bedeutende Orgeln durch einen Geldmangel im weiteren Verlauf ihrer Geschichte oftmals gerettet wurden. Der Name der Initiative "Rettet Reinoldi" erhält ohnehin angesichts der singulären Bunk-Orgel einen ganz neuen Bedeutungshintergrund.  (mpk) 

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Klangbild mit interessantem Charakter - Ordentlich Wärme und Grundtönigkeit: "Inoffiziell ist es sicher schon länger bekannt, aber nun kann man es auch schwarz auf gelb (Dortmund eben ;-)) nachlesen: Die Firma Mühleisen baut das neue Instrument für St. Reinoldi. Damit sind die Tage der alten Walcker-Orgel langsam aber sicher gezählt. Mir hat sie heute trotz des aktuellen Zustandes (Schwellwerk seit Langem stillgelegt, Windsystem hörbar undicht, etc.) wieder ..."  mehr  

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"Dortmunder Orgelmord"? "Sollte das Vorhaben Realität werden, dann bahnt sich ein Vorgang an, den spätere Generationen als "Dortmunder Orgelmord" in Erinnerung behalten werden. Dagegen ein deutliches Wort zu erheben, ist nicht nur legitim, sondern ..."  mehr   

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Aus aktuellem Anlass wurde der YouTube-Kanal mit dem Clip "Gerard Bunks letzte Orgel" einem Update unterzogen. Die Subpages (siehe links oben im Menü) sind ebenfalls überarbeitet worden. 

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Reinhard Kluth - Tübingen: "Eine schöne Aufnahme. Ich möchte hier nachdrücklich unterstreichen, diese Orgel doch zu erhalten. Ich habe selten ein so schönes Instrument gehört und kenne sie seit vielen Jahren. Daß dieses Instrument restaurierbar ist, steht für mich völlig außer Zweifel. Es gibt übrigens ..."  mehr   

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"Quintessenz seines Lebens" - Die Reinoldi-Orgel als Vermächtnis des Gerard Bunk  (von Dietmar Korthals)

Wenn man sich mit der Entwicklung der Musik von Gerard Bunk beschäftigt, wird klar, dass diese Orgel klanglich Richtung Universalorgel gehen *muss*. Wenn wir heute einen Blick auf die Werke Gerard Bunks werfen, sehen wir in erster Linie die fantastischen, wundervollen Werke in der spätromantischen Tradition, die um 1910, 1920 entstanden sind. Diese Werke werden gerne in Zusammenhang mit der alten Reinoldi-Orgel gesehen, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und 107 Register auf 5 Manualen hatte. Bunk war ab 1925 bis zu seinem Tode 1958 Reinoldikantor. Im Jahre 1958 - seinem Todesjahr - wurde das derzeitige, umstrittene Instrument gebaut. Insofern ist es sein Vermächtnis.

Bunk akzeptierte die Orgelbewegung nur unter Vorbehalt. Aus Schriftwechseln zur Disposition der Westfalenhallenorgel (1955), die mir vorliegen, weiß ich, dass Bunk nach dem zweiten Weltkrieg daran gelegen war, den Klang der Orgel zwar "jugendlich schlank" zu machen, ohne aber ...
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Update Feedback 3  mehr 

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O-Ton RN: "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

"St. Reinoldi-Orgel kaputt: Konzerte auf der Orgel vorerst gestrichen - Reinoldi-Kantor Gerard Bunk hat die „Orgel-Feierstunden“ 1929 in der Reinoldikirche ins Leben gerufen, der amtierene Reinoldikantor Klaus Eldert Müller hat sie vor sechs Jahren wiederbelebt. Totensonntag wurde die beliebte Konzertreihe überraschend beerdigt. ... Die alte Walcker-Orgel ist dafür nicht mehr tauglich. Gerade musste wieder ein komplettes ..."  mehr im Clip unter "Mehr anzeigen"  

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Die Kosten einer Sanierung der Bunk-Orgel werden offenbar weiterhin verschwiegen (siehe RuhrNachrichten 15.02.2012). Stattdessen soll lt. Bericht Folgendes auf den Weg kommen: Neubau-Auftragsvergabe bereits in 2012, daraufhin(!) Sponsorensuche "mit Flyern", Einweihung 2017, "Kosten von gut einer Million Euro" (Summe wird in Fachkreisen als völlig unzureichend eingeschätzt) 

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Feedback-Update: „Ich habe übrigens den Eindruck, daß man an Reinoldi einfach "nichts begreift", man verweigert sich der Diskussion, was vielleicht auch an der Persönlichkeit der dort Verantwortlichen liegen mag (so jedenfalls mein Eindruck). Es steht außer Zweifel, daß dies eine bedeutende Nachkriegsorgel ist, es steht außer Zweifel, daß sie hervorragend klingt (was mir immer wieder von Organistenfreunden, die ..."  mehr       

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Ergänzung der Seite "Orgelinitiative-Fakten" durch die Disposition der Walcker-Interimsorgel von 1953  mehr  

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Wo bleibt die Begründung für den Abriss der Orgel?   

Dem in orgelbautechnischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht beachtlichen RuhrNachrichten-Beitrag "Dortmunds bekannteste Kirche erhält 2017 neue Orgel" von Julia Gaß (15.02.2012) ist Folgendes zu entnehmen und zugleich anzumerken:

  • Die Sanierung der reparaturfähigen Bunk-Orgel wird nach wie vor gänzlich außer Acht gelassen. Die Kosten für eine notwendige und umfassende Sanierung werden nicht genannt.                                                                                                           
  • Die Orgel wurde bislang lediglich "notdürftig repariert", der genannte Betrag von 10.000 Euro in 2011 ist angesichts des exorbitanten Wartungsstaus (seit 2005) bei einer Orgel dieses Formates gering.                                                                 
  • Die sprachlich bemerkenswerte Darstellung, dass "immer irgendetwas kaputt geht", ist ein unbeholfenes Synonym des Wartungsstaus.                                                                                                                                                                                                                       
  • Seit 2008 hat sich der Text der Gemeinde-Website zum - innerhalb der Gemeinde auch umstrittenen - "Orgelprojekt an St. Reinoldi" nicht verändert. Das gesamte Prozedere ist intransparent.                                                                                                          
  • Die Neubaukosten von "gut einer Million Euro" für eine neue Orgel gleicher Größe sind in auffälliger Weise zu niedrig veranschlagt.                                                           
  • Die noch für 2012 geplante Ausschreibung ohne vernehmliche Finanzierungssicherung wirkt auf viele unseriös und legt den Verdacht nahe, dass Tatsachen geschaffen werden sollen. Es stellt sich zudem die Frage einer Bürgschaft bei Vertragsabschluss.                                                                                                                                                        
  • Es sind offensichtlich noch keine Sponsoren gefunden worden. Um diesen Personenkreis soll "mit Flyern" geworben werden.                                                                             
  • Die Worte des Orgelsachverständigen Wolfgang Gourgé bewahrheiten sich an dieser Stelle wiederholt eindringlich; sie lauteten folgendermaßen: "Nochmal: entscheidend ist, daß aus Dortmund kein einziges plausibles und *substantiiertes* Argument für den Abriß kommt, das ernsthaft inhaltlich überprüfbar wäre. Stattdessen gibt es nur pauschal-vage Behauptungen."  

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"Orgelbewegung und Neobarock im Ruhrgebiet zwischen 1948 und 1965" - Gerard Bunk unter musikwissenschaftlichen Aspekten

"Im Jahre 1956 erschien eine von Gerard Bunk verfaßte Bearbeitung des „Musikalischen Opfers“ von Johann Sebastian. Die detaillierten Interpretationsangaben beziehen sich auf eine Orgel neobarocken Typs. Die Bearbeitung gibt dadurch Aufschluss über die neobarocke Spielpraxis, deren Kennzeichen eine farbige, abwechslungsreiche Registrierung mit Manualwechseln und das Pedalspiel mit hochliegenden Solostimmen sind ..."  mehr 

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Neobarocke Beckerath-Orgel in Hamm von 1967 unter Denkmalschutz  mehr   

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Andreas Nohr: Vom Umgang mit Orgeln. Eine inszenierte Studie zur Lage der Orgelkunst

Nohrs Analyse der derzeitigen Orgelszene trifft den Nagel der Dortmunder Bunkorgel-Abrisswünsche auf den Kopf: „Darum gibt es auch kaum einen halbwegs passablen Organisten, der nicht irgendwann die ihm angediente Orgel seinem Geschmack angepasst hätte. Das heißt – natürlich nicht dem seinen, sondern nur und ausschließlich den historisch notwendigen Erfordernissen, oder was er sonst an ideologischen Argumenten aus der Tasche kramt. Aber heraus kommt zufällig immer, was er eben gerade wollte. Und das ist – wie unerwartet! – meist das, was eben gerade jetzt Tendenz ist.“  mehr     

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  "Es wäre sehr zu wünschen, dass diese bedeutende Orgel als herausragendes orgelmusikalisches Denkmal erhalten bliebe und sie nicht den Wünschen eines Organisten ..."  mehr unter YouTube                         

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„Und was die "Orgelsünden der 50er und 60er-Jahre" betrifft: Soll das heißen, daß alle in dieser Zeit gebauten Instrumente Orgelsünden sind? Dem würde ich heftig widersprechen."  mehr unter Feedback           

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Orgelbewegung: Leitmotiv vs. Stilmode  mehr 

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Der frischgebackene Naumburger Wenzelsorganist David Franke in Reinoldi    

Mit einem durchgestylten Konzert brachte David Franke die Dortmunder Reinoldi-Orgel beeindruckend zu Gehör. Das Programmblatt suggerierte einen reinen Improvisationsabend. Bereits vor dem ersten Ton wusste man mit dem Blick auf den Spieltisch der angenehm beleuchteten Orgel jedoch, dass es etwas alternativ zugehen sollte. Franke improvisierte - bis auf die Abschluss-Impro nach Zuhörerwunsch - mittels mitgebrachter Skizzen. Die barocken Stiladaptionen frei nach Bach und Krebs wirkten in einem hohen Maße reflektiert und durchdekliniert. Stilistisch war über Form und Harmonie hinaus der Impetus des Lehrers Wolfgang Seifen recht durchhörbar, jedoch wirkte Franke aufgeräumter und hatte ein erstaunlich reifes Gefühl für den rechten Zeitpunkt architektonischer Zäsuren.

So richtig in Fahrt geriet der Wenzelsorganist mit der August-Gottfried-Ritter- und Louis-Vierne-Imitation großen Stils. Hier präsentierte er die Orgel vom romantisch-zarten Adagio über das filigran-kecke Scherzo bis zum majestätisch-virtuosen und den Raum satt füllenden Finale. Das war Musik und Spieltechnik vom Feinsten - mit zahlreichen und penibel gespeicherten Setzern, auf die die Bunk-Orgel zuverlässig reagierte. Die nach landläufigem Verständnis eigentliche Improvisation zu Publikumswünschen geriet etwas kurz und blass. Insgesamt war es ein beispielhafter Abend, der die erprobte Vielseitigkeit dieses von Gerard Bunk geplanten Instrumentes erneut unter Beweis stellte.  (mpk)

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Ein Eingeständnis?  

Angesichts der erdrückenden Frage, warum die sanierungsfähige Orgel abgerissen werden soll, wenn sie doch auf der unlängst erschienenen CD eine höchst beachtliche klangliche Performance zeitigt, stellt Kantor Klaus Müller - erkennbar in Erklärungsnot geraten - in den RuhrNachrichten vom 23.08.2008 Folgendes fest:

"Bei der Aufnahme war immer ein Orgelbauer dabei. So wie auf der CD habe ich die Orgel lange nicht gehört."         

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2009: Wieder reguläre Orgelkonzerte in Reinoldi     

Historiker wissen gerne zu berichten, dass häufig Geldmangel Instrumente rettete. Manche Anzeichen sprechen dafür, dass man diesem Umstand in Reinoldi bereits Rechnung trägt: Es finden wieder reguläre Orgelkonzerte statt, nachdem man verbreitet hatte, dass in 2009 wegen des vorgeblich abgängigen Instrumentenzustandes reguläre Literatur-Konzerte nicht mehr möglich wären und dafür nur noch die Veranstaltungsreihe "Improvisation - Inspiration" einen Ersatz darstellen müsse (RN vom 13.09.2009). Zudem sind offensichtlich auch die demonstrativen Klebezettel an den Registerwippen verschwunden. Diese Strategie ging nicht auf, ganz im Gegenteil, sie berührte eher peinlich. 

"Bei den Orgelfeierstunden 2009 greift der Reinoldikantor das Schaffen beider Komponisten im Bach-Mendelssohn-Zyklus auf. Es erklingen dabei u.a. Mendelssohns sechs Orgelsonaten op. 65 und Bachs sechs Triosonaten BWV 525–530. Junge Organisten kommen hingegen beim zweiten Zyklus der Orgelfeierstunden »Junge Künstler « zum Zuge. Auch das Orgelfestival.Ruhr2009 ist im Sommer wieder zu Gast."  (lt. Reinoldi-Webauftritt vom 14.04.2009) 

Auffällig bleibt nach wie vor, dass die Öffentlichkeit immer noch keinerlei belastbare Informationen erhalten konnte, die den behaupteten nicht reparierbaren Zustand der Orgel untermauern könnten. 

"Im laufenden Jahr rechne die evangelische Kirche mit Einbußen von 300 Millionen Euro, im kommenden mit einem Rückgang von 500 Millionen Euro als Folge finanzpolitischer Beschlüsse ... Dramatisch sei der voraussehbare Rückgang um 41 Prozent in der Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren. ... Der Rückgang an Mitgliedern werde faktisch zu einer Halbierung der Finanzkraft der evangelischen Kirche führen." 

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2009_03_19_1_kirchensteuer.html   

Hat man erkannt, dass das Orgelneubau-Ansinnen einhelliges Kopfschütteln evozieren muss - auch angesichts der Tatsache, dass sich die Kirchensteuereinnahmen drastisch verringern werden und mancher kirchliche Arbeitsplatz gefährdet zu sein scheint?  (mpk)         

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Update Fußnoten  

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Orgelfeierstunde vom 19. Februar 2009

"Mit großer Lautstärke tat er das erst am Schluss, als er die Orgel in Regers Fantasie und Fuge über B-A-C-H in sinfonischen Klängen ausspielte."  mehr

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Terminus "Bunk-Orgel" aus CD-Katalog des Labels Motette gestrichen  

Der Umstand, dass das Label Motette den Terminus "Bunk-Orgel" aus dem Online-Katalog gestrichen hat, spricht für sich. Der Satz "Das erste und letzte Tondokument dieses großen Instrumentes, das mit dem Namen von Bunk eng verbunden ist" blieb jedoch bestehen.  

Entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, ab 2009 nur noch Impro-Konzerte mit dem Namen "Improvisation - Inspiration" an der Bunk-Orgel zu veranstalten, scheint es mit einem gut sortierten Konzertprogramm in St. Reinoldi weiterzugehen. Die offensichtlich sich in einem Wartungsstau befindliche Orgel von 1958 wird weiterhin Zeugnis davon geben, dass sie klanglich ein herausragendes Zeugnis des Orgelbaus zur Zeit des Wirtschaftswunders ist.  

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Rezension der 11. Orgelfeierstunde:                             Hans Uwe Hielscher in Dortmund St. Reinoldi   mehr  

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Aus einer Rezension der 10. Orgelfeierstunde 

"... Das Konzert mit Thorsten Maus war vieles, es war aber auch auf jeden Fall eine musikalische Demonstration gegen den Abriss dieses unersetzlichen Klangdenkmals!

Wer diese Orgel abreißen will, versündigt sich aufs Schlimmste ..."  mehr  

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Kein Argument für den Abriss vorgetragen

"... Nochmal: entscheidend ist, daß aus Dortmund kein einziges plausibles und *substantiiertes* Argument für den Abriß kommt, das ernsthaft inhaltlich überprüfbar wäre. Stattdessen gibt es nur pauschal-vage Behauptungen. ...  mehr 

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Orgel-Aufnahmen aus der Reinoldi-Kirche sind keineswegs so singulär wie oft - aus welchen Beweggründen auch immer - verbreitet wird. Der Redaktion liegen mehrere Konzertmitschnitte mit den Interpreten Staschik, Buttmann und Stockmeier vor. Empfehlung: Ein Erwerb lohnt sich auf jeden Fall. Insbesondere die Konzert-CD mit Prof. Wolfgang Stockmeier dürfte Liebhaber der Bunkschen Werke auf ihre Kosten kommen lassen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme im August 2001 befand sich die Bunk-Orgel der Fa. Walcker noch nicht in dem beklagenswerten Wartungsstau. 

Hier die Titel der CD mit Werken Gerard Bunks:

  • Einleitung, Var. und Fuge über ein altniederl. Volkslied in d-Moll op. 31
  • Passacaglia a-Moll op. 40
  • Befiehl du deine Wege (aus den Choralimprovisationen)
  • Wunderbarer König (dto.)
  • Wer nur den lieben Gott lässt walten (dto.)
  • Fantasie c-Moll op. 57

Die CDs sind bei Dr. Michael Lütge zu bestellen. 

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Warum soll nur der Turm saniert werden?  

Angesichts der Orgelabriss-Wünsche mutet die folgende Meldung aus Reinoldi zynisch an, wurde doch die Bunk-Orgel 1958 mit dem Kapital einer sparenden Bürgerschaft finanziert. Was für den Turm gilt, dürfte auch für die Orgel von Belang sein. 
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Weitere Online-Demos der Bunk-Orgel:

Jegliche Kritik am Klang dieser neobarocken Orgel verbietet sich spätestens hier und führt die Neubauwünsche ad absurdum. Wer möchte eine solche Orgel abreißen? Ist es menschlich, musikalisch und arbeitsrechtlich zulässig,   ein derartiges Instrument einem Wartungsstau zuzuführen?   mehr

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Bereits jetzt: Umstrittenes Neubauprojekt 

Aus aktuellem Anlass sei hier die Lektüre folgender Textdatei empfohlen, die den derzeitigen Sachstand sehr informativ und kenntnisreich auf den Punkt bringt. Besser kann es nicht subsumiert werden. Das Schreiben stellt den vermutlich instrumentalisierten Wartungsstau, die "Beweis-CD" und die in der Lokalpresse transportierten haltlosen Schutzbehauptungen hinsichtlich der Bunk-Orgel analytisch dar.

http://www.bunkorgel-reinoldi.walcker.com/downloads/antragdenkmal.pdf

Zwei beruhigende Aspekte seien allen mitgeteilt, denen die Bewahrung dieses wertvollen Instrumentes am Herzen liegt:

Erstens: Für ein millionenschweres Orgelneubauprojekt ist definitiv kein Geld vorhanden.

Zweitens: Welcher Großsponsor - und ein solcher wäre unabdingbar  - ließe sich auf die Finanzierung eines in der öffentlichen Wahrnehmung (sowohl in Dortmund als auch in der europäischen Orgelszene) umstrittenen Objektes ein?

Wahrlich, das Ansinnen in St. Reinoldi, eine wertvolle sanierungsfähige Orgel nicht zu retten und stattdessen eine kostspielige neue Orgel aus geschmacklichen Gründen bauen zu wollen, ist nicht zu kommunizieren. Und schon gar nicht bezüglich einer privaten Spendentüte. Insofern war die tendenziös wirkende Berichterstattung in den lokalen Printmedien ein erneutes Eigentor.

Zitat aus dem Webauftritt der St. Reinoldi-Gemeinde: "Das Orgelprojekt an St. Reinoldi wird erhebliche finanzielle Mittel erfordern, die nicht aus Kirchensteuermitteln aufgebracht werden können." Stimmt!  (mpk)

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13.09.2008 - 50. Todestag

MP3: Gerard Bunk spielt  

(Aufnahmejahr: 1929 - Propsteikirche Dortmund - Orgel: A. Feith IV/70 - aus: www.gerardbunk.de)

                                                                                  

                                                                                                                                                                                                                                                              

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