Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601






Anlässlich der unangekündigten anwaltlichen Abmahnung (911,80 Euro) durch OrganArt Media (Prof. em. Dipl.-Ing. Helmut Maier) wurden hier 28 verbraucherorientierte Seiten zur Software Hauptwerk und deren Samplesets gelöscht, um weitere Abmahnungen zu vermeiden.

Hier geht es zum Hauptwerk-Text!



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Subjektive Anmerkungen zu Klangbibliotheken für Johannus LiVE, GrandOrgue und Hauptwerk (Teil 3)

 Text im Schreibprozess   

PROSPECTUM.COM virtual pipe organs

Recht positiv erwähnenswert wäre hier in der Tat das (sporadisch tätig anmutende) kleine Unternehmen Prospectum. Zöblitz ist ein Highlight, dem anzuhören ist, dass der Betreiber Gernot Wurst ungern Samples glättet. Von seiner Marotte, das Blasebalggeräusch nicht mitzuliefern, scheint er nunmehr losgelassen zu haben. Seinen Vorwurf, dass andere Hersteller durch den "blower noise" nur von ihrem schlechten Denoising ablenken wollten, konnte ich aber sehr gut nachvollziehen.


Forestpipes Virtuelle Pfeifenorgeln

Nein, gleich auf der Startseite das Wort "verbieten" lesen zu müssen, mag durchaus als ungeschickt empfunden werden. Insgesamt spürt man in klanglicher und technischer Hnsicht, dass hier jemand experimentiert und sich vortastet. Manchmal klingt's wie durch einen Vorhang und dann wieder ein bisserl elektronisch. Meinem Eindruck zufolge finden die Sets keinen großen Zuspruch im Segment, obwohl sie auch angesichts der grundsätzlich interessanten und vor allem alltagstauglichen Instrumente doch besser geworden sind.


Milan Digital Audio

Sorry, ich glaube, dass hier jetzt Tacheles angesagt ist, des Sängers Höflichkeit wäre per definitionem fehl am Platze: Brett Milan nehme ich als in der Szene grosso modo unbeliebt wahr. Persönlich hat mich sein Verhalten sehr enttäuscht. Immer wieder aufflammende Diskussionen im Hauptwerk-Forum sekundieren diese Wahrnehmung. Bereits vor der desaströsen Einführung von Hauptwerk 5 beschwerten sich zunehmend mehr User in einer für das Milieu sehr ungewöhnlich deutlichen Form. Ein reflektierter User mit Bildung resümierte: "It may well be that that wonderful level of service is no longer sustainable, but I find it perfectly reasonable for me (and many others) to be 'sad' that service levels have 'declined' from that very high level."

Die durch die Kirchengemeinde zu Cappel dargestellte Brett-Milan-und-Arp-Schnitger-Posse hatte mir persönlich seinerzeit die Augen geöffnet. Aber vielleicht tue ich dem guten Manne Unrecht, wenn ich stringent Maßstäbe aus dem Alten Europa anlege, denn ich halte sehr viel von einem auf Vertrauen und Kundenbindung durch Seriosität ausgerichteten Geschäftsverständnis.

Zum Schrecken vieler User und auch Handelstreibender hatte Brett Milan 2008 Hauptwerk bzw. Crumhorn-Labs Ltd. von Martin Dyde aufgekauft. Zuvor war er bereits Gründer und Betreiber von Milan Digital Audio. Über beide Firmen ist äußerst wenig bekannt. Demgegenüber spricht vieles dafür, dass erstens Martin Dyde ein Angestellter von Brett Milan und zweitens Bretts Frau eine Mitarbeiterin ist. Der vermutliche Bruder Cory dürfte dort laut der Website LinkedIn seit 2017 nicht mehr tätig sein. Für den offenbar mittlerweile reduzierten Support wurde ein Händler einbezogen. Einige Hinweise sprechen dafür, dass sich die Eheleute Milan aus dem operativen Geschäft zurückgezogen haben. Über das Thema Einsatzfähigkeit wurde dem Vernehmen nach bereits viel spekuliert.

So viel zum Thema Transparenz und Sicherheit ohne Bonitätsprüfung angesichts der oftmaligen Investition fünfstelliger Summen. Beim Thema Sets betreten wir indes valideres Terrain. Konzise formuliert: Brett Milans Begabungen und Tätigkeitsschwerpunkte liegen ohrenscheinlich im Business. Durch befriedigende Sets fiel er mir bislang definitiv nicht auf. Milan verlangt allem Anschein nach für seine Sets nicht erst seit heute die höchsten Preise innerhalb des gesamten Marktes. Ich halte sie angesichts ihrer Qualität für maßlos, ja schlichtweg frech überteuert. 

Das seit der Hauptwerkversion 4 neu aufgenommene Inklusivset "1907 St. Anne's Brindley and Foster" zeigt Positives und Negatives auf. In der folgenden YouTube-Playlist ist es in den Beispielen 1 bis 11 zu hören.



Denoising und Mikrofonierung des Sets sind fragwürdig, die Feinjustierung der Releases beweist allerdings, dass Brett Milan ein orgelaffines Gehör besitzt. Das schlechte Denoising des Sets maskiert Brett Milan mit einem überaus starken Blower-Noise, der nur über Umwege abschaltbar ist. Die Samples wirken stark gekürzt. Nichtsdestotrotz lassen sich unter der Voraussetzung von Geschick aparte Klänge mit diesem Set produzieren. Meine Einschätzung: "1907 St. Anne's Brindley and Foster" ist Brett Milans bestes Set, weil er sich für diese Visitenkarte im Rahmen seines faktischen Fachwissens arbeitswillig gezeigt hat.


Sets für Johannus LiVE/Kisselbach Nobilis  (mehr dazu im Digitalorgel-Podcast Nr. 1 und 2)



Ausgewählte Digitalorgeln



Ultimative Hersteller 

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Subjektive Anmerkungen zu Klangbibliotheken für Johannus LiVE, GrandOrgue und Hauptwerk (Teil 1)

Subjektive Anmerkungen zu Klangbibliotheken für Johannus LiVE, GrandOrgue und Hauptwerk (Teil 2)

 

                                                                                                                                    

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