Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601

                                                                                                                                                                                                                                                                                 

  Hier Notensuche mit Vorschau-Seiten 

EUROPÄISCHE BAROCKMUSIK                                                     aus der "Orgelliteraturliste Hans-Dieter Karras"

                                                                                                                      Nachfolgend einmal Sammlungen von Barockmusik abseits der ausgetretenen Pfade. Die Sammlungen lassen das Spiel sowohl manualiter, als auch mit Pedal zu und sind moderat im Schwierigkeitsgrad.                                                                   

Faber Early Organ Series                                                                                    European Organ Music of the Sixteenth & Seventeenth Centuries         Faber Music Limited, London, 1988                                                                                    
Volume 1-3: England (Editor: Cox)
Volume 4-6: Spain & Portugal (Editor: Dalton)
Volume 7-9: France (Editor: Dalton)
Volume 10-12: The Netherlands & North Germany (Editoren Glahn & Elmer)
Volume 13-15: South Germany & Austria (Editor: Wollenberger)
Volume 16-18: Italy (Editor: Dalton)

Deshalb sowohl für den eigenen Gebrauch, als auch den Unterricht zu verwenden. Wenn man hingegen eine musikwissenschaftlich und editorisch gut vorbereitete Ausgabe europäischer Renaissance- und Barockmusik sucht, dann empfiehlt sich die Faber Early Organ Series. Mit ausgezeichneten Textbeiträgen über die Komponisten, die Interpretation und die Ornamentik einer jeden Epoche ist es geradezu ein Muß für anspruchsvolleren Unterricht, der ggf. auch auf historische Aufführungspraxis und Verzierungskunst abzielt. Natürlich blieb es auch hier nicht aus, Auswahl aus verschiedenen Musikstücken zu treffen und aus mehrsätzigen Zyklen den einen oder anderen Satz herauszugreifen. Diese liegen dann aber in unveränderter, nach den Quellen recherchierter, authentischer Form in moderne Notation übertragen vor. Der Druck ist ausgezeichnet und sogar auf Blätterstellen wurde weitgehend geachtet. Die Herausgeber sind bekannte englische Organisten und Musikwissenschaftler. James Dalton ist Organist des Queen's College Oxford und hatte dort die speziell für Barockmusik konzipierte Frobenius Orgel (1965) geplant und bauen lassen. Der Spieler sollte hierbei Erfahrung mit Orgelspiel und der Praxis (besonders Verzierungspraxis) alter Musik haben, oder zumindest der Lehrer, wenn die Bände als Unterrichtsmaterial verwendet werden, wofür sie hervorragend geeignet sind. Die Stücke sind mittelschwer bis schwer, ich benutze diese Bände sowohl für meine eigene Praxis, als auch für den Unterricht mit fortgeschrittenen Schülern. 


Europäische Orgelmusik                                                                            Ausgewählte Orgelwerke des 16.-18. Jahrhunderts                            Herausgegeben von Johannes Piersig, Edition Peters Leipzig, EP 4693 

Wenn man ihn noch bekommen kann, dann sollte der Band "Europäische Orgelmusik" des Peters-Verlages nicht fehlen, allein wegen der Ausgabe der Alten polnischen Tabulatursätze des Jan de Lublin. Die Sammlung ist sehr abwechslungsreich mit Sweelinck, Bull, Titelouze, Couperin, Cabezon, Pasquini, Zipoli, Murschhauser, Seeger/Kopriva, Lublin, Scheidt und Buxtehude, allerdings mit Fingersätzen und Artikulationen, bzw. Phrasierungsangaben. Einige der Werke liegen sicher in neueren Ausgaben und im Urtext vor, aber mir gefällt dieser Band trotzdem und er ist für den Unterricht sehr brauchbar. Versuchen Sie, wenn er nicht mehr zu bekommen ist, einfach eine autorisierte Verlagskopie zu erhalten. Mittelschwer bis leicht schwer und durch zahlreiche Variationswerke sehr gut für Registrierübungen.        
                                                                                                                                                                                        
Editions Musicales de la Schola Cantorum                                                        Paris und Saint-Leu-la-Forêt (Seine-et-Oise)                                                   in der Serie Orgue et Liturgie, Band 31

Für den Einstieg in französische Orgelmusik des Barock nutze und empfehle ich auch die "Pièces d'orgue" von François d'Agincour (1684-1758). Die darin enthaltenen 6 Suiten in alten Kirchentönen mit den typischen Satzfolgen französischer Orgelmusik, aber in kürzester Ausdehnung und melodisch doch sehr reizvoll, lassen eine erste Beziehung zu dieser Musik auch dem damit nicht vertrauten und daher eher skeptischen Schüler herstellen. Da diese Musik ohne Pedal auskommt, ist sie auch für Umsteiger gut geeignet.

                                                                                                                              Early Organ Music for manuals                                                                            Novello and Company Limited, Sevenoaks/Kent, 1984 und 84, Cat.Nr. 01
0169 09 und 01 0184 02

Zwei überaus lohnende Bände mit vorwiegend englischer Barockmusik sind bei Novello, mit dem Titel "Early Organ Music" (2 Bände) erschienen. Im ersten Band sind drei Voluntarys (meist zweisätzig langsam-schnell) von John Stanley, John Robinson und einem Anonymen Komponisten (wohl aber Purcell), sowie die "Two short Pieces" von Samuel Wesley und als Höhepunkt, das viersätzige Orgelkonzert Nr.2 in g-moll von Matthew Camidge, mit der bekannten Gavotte als Finalsatz. Allesamt wirkungsvolle Stücke im mittleren Schwierigkeitsgrad. Der zweite Band umfaßt neben Voluntarys von Maurice Greene, John Blow und Benjamin
Rogers, die zwei überaus schönen, schon fast romantisch anmutenden "Two short pieces in F" von Samuel Wesley, eine Toccata und Fuge in g-moll von Johann Ernst Eberlin und ein Präludium und Fuge e-moll von Giovanni Battista Martini. Bis auf den Martini sind die Stücke dieses Bandes allesamt etwas leichter und publikumswirksamer. Trotzdem empfiehlt es sich auch hier, beide Bände anzuschaffen, zumal die meisten Werke darin in keinen anderen Ausgaben greifbar sind. Auch die instruktiven und umfassenden Vorworte bereichern diese Ausgabe. 
                                                                                                                                                                                                                                               

                                                                                                                               

zurück

zurück zu Noten