Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601




Sweelinq 3 - Ein Test in Tagebuchform  

 im Schreibprozess  

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06.12.2025 - Spielverlängerung

Habe die Standard-Version für knapp 130,- € um ein Jahr verlängert. Diesmal muss ich für die Sofortüberweisung keine Gebühr zahlen. Pluspunkt. 

Mir gefallen nicht alle der mittlerweile zahlreichen Sets bei Sweelinq gleich gut. Wenn mal eines dabei ist, das mich gar nicht lockt: So what? Kein Verlust. Nach dem Set ist vor dem Set. Der überwiegende Teil gefällt mir und ich stelle fest, dass die Klangbibliotheken immer besser werden. Als sehr übel habe ich die jahrelangen Fehlinvestitionen bei HW-Sets in Erinnerung. Entweder werden die Festplatten mit ungenutzten Sets zu voll oder der Verkauf wird das reinste Verlustgeschäft. Hier ist das einzige HW-Set zu finden, das mich derzeit interessiert. Der Preis ist offensichtlich auf 99 € reduziert worden. 

Die jährlichen 130,- € sind Peanuts im Gegensatz zu meinen Ausgaben auf dem Hauptwerk-Markt. Die Diversität der Sweelinq-Orgelsets scheint mir dennoch Luft nach oben zu besitzen. Ich hoffe, dass man nicht den Hauptwerk-Fehler begeht und vor allem historisch renommierte Orgeln sampelt. Nein, charaktervolle Orgeln gab es zu jeder Zeit. Einen guten Ansatz dazu verspüre ich bei Sweelinq. Hier nur eine Idee: Warum sollte man in Deutschland nicht Orgeln aufgegebener Kirchen sampeln, die kurz vor ihrer Translozierung oder Demontage stehen?


02.01.2026 - Schock und Beruhigung

E-Mail von Sweelinq erhalten: 3.0 ist verfügbar, ebenso ein neues Set: Utrecht/Bätz-Orgel. Wie sagt Gerhard Polt dem Vernehmen nach: Jetzt ist es soweit, dass es soweit ist. Weitere neue Sets werden zudem angekündigt. Noch ungewohnt: Die neue Software kostet mich keinen Cent mehr zusätzlich, sie ist inklusive. Schnell heruntergeladen, bietet sie erst einmal optisch nicht viel Neues.

Nach dem ersten sehr großen Schock, dass Windows 10 nicht mehr im Fokus ist, also ein glückliches Sweelinq-Upgrade nicht wirklich garantiert werden soll: Alles wie gewohnt. Bei den Sets, die nun alle ein Update brauchen, dauert der Upload sehr unterschiedlich lang. Eigenartig. Erst im Nachhinein bemerke ich, dass die Sets 15, 20, 21, 25 und 26 über die obligatorische Swop-Datei hinaus komplett neue Bin-Dateien erhalten haben, also vollständig ersetzt wurden. Das neue Utrechter Bätz-Set scheint mit 6 GB für Sweelinq-Verhältnisse recht groß zu sein. Noorlanders Server arbeiten gut. 

03.01.2026 - Fette Sonderkoppeln

Ich entscheide mich nun für eine Trial-Version der neuen Kategorie Premium. Ein Upgrade wäre prozentual betrachtet recht attraktiv. Indes verbleibe ich erst einmal beim Probieren, da ich noch nicht weiß, auf was ich mich insgesamt einlasse. Die erweiterten Klaviaturen empfinde ich als sehr erstrebenswert.

Aber nicht nur das, ich aktiviere den 96-kHz-Audio-Output und merke, dass es erst funktioniert, wenn ich das Set neu lade. Die Qualität scheint mir - vor meinen linear abstrahlenden Studiomonitoren von Nubert - mehr akustische Schärfentiefe zu besitzen. Ich muss jedoch sofort verschiedene Spezis - um mal bei Gerhard Polt zu bleiben - mit ihrer in mehreren Foren zeitgleich und eigentümlich kalibrierten Tiefenschärfe assoziieren. Sie können eigenem Bekunden zufolge die Samples wachsen hören. Gewiss. Ist’s eine confirmation bias, wie es Carson Cooman wohl fragen würde? Ich nehme die neue Bitrate als schlichtweg gegeben hin. Darüber freue ich mich aber wirklich mehr: Nirgendwo Crackles, auch nicht mit fetten Sub- und Superkoppeln. Cool. Das gilt auch für den PC, der dann ordentlich leisten muss.

Es ist übrigens völlig simpel, die zusätzlichen Koppeln zu konfigurieren. Bei Hauptwerk verwirren mich regelmäßig die Master Coupler Settings. Sorry. Martin Dyde mag’s halt enzyklopädisch. Ich eigentlich von Berufs wegen auch, aber nicht bei einer Software, bei der es ums Spielen geht. Und das im wahrsten Sinne.

04.01.2026 - Gleiches Recht für alle Sets?

Ich stelle fest, dass sowohl Klaviaturumfänge als auch Koppeln ungeachtet aller Hoffnungen nicht in allen Fällen so arbeiten, wie es offensichtlich versprochen wurde. Nicht alle Sets besitzen in der Premium-Version erweiterte Klaviaturumfänge. Schade. 

Dass ein Manual alle mitgekoppelten Manuale ins Pedal durchkoppelt, nervt zuweilen. Okay, es ist historisch bedingt. Aber dass die Extra Couplers keine Alternative bilden, erstaunt ein wenig. Da müsste es doch eine pragmatische Lösung geben. 

05.01.2026 - Sinkender Grenzwertnutzen ...

Wer soll dass verstehen? "Extended keyboard range" soll der erste Vorteil der Premium-Version sein. Alle Orgelsets mit einem ursprünglichen Klaviaturumfang bis c''' wurden um die Töne von cis''' bis g''' erweitert. Fehlanzeige allerdings bei denen, die einen Umfang bis f''' besitzen. Die wichtige Erweiterung bis g''' fehlt bei Zaltbommel, Amsterdam 2, Dordrecht 1, Dordrecht 2, Westzaan und Poligny. 

Ein einziges Set erfährt eine Klaviaturerweiterung von f''' auf g''': Es ist das neue Set Utrecht. Warum diese Unterschiede? Warum keine einheitliche Erweiterung aller Sets auf das Standardmaß g'''? Die um ganze 36 Prozent teurere Premium-Variante muss sich schon lohnen. Bei versprochenen, aber inkonsequenten Klaviaturerweiterungen sinkt der Grenzwertnutzen.

Aber dessen nicht genug: Leider schockt mich der Umstand, dass womöglich der Sweelinq-Shop-Algorithmus meinen Betrag für ein mögliches Upgrade von Standard auf Premium heute plötzlich exorbitant erhöht hat. Heute Morgen lag er bei ca. 36 €, jetzt bei 59,16 €. Da werde einer schlau draus. 

Bezüglich der Vorzüge des Bätz/Utrecht-Sets stelle ich fest, dass es das erste Set ist, das für ein Re-Recording meines geliebten Walzers in Frage kommt. Chapeau vor dieser Sampling-Leistung! 

06.01.2026 - Bauchgefühl

Ein User von pcorgel.nl meinte, dass es sich bei den Sets 15, 20, 21, 25 und 26, die komplett neu geladen werden mussten, um "Kampen (15), Schagen (20), Amsterdam Oude Kerk hoofdorgel (21), Den Haag (25) en Zaltbommel (26)" handeln würde. Er ist sich jedoch unsicher und auch ich habe Zweifel daran. 

Es wäre doch gut, wenn Noorlander in Sachen Sweelinq etwas mehr kommunizierte. Ich bleibe bei meinem Grundempfinden: Wenn die versprochenen Klaviaturerweiterungen ("Extended keyboard range") nicht geliefert werden, lohnt sich die Premium-Variante für mich nicht. 

07.01.2026 - User-Infos

Über pcorgel.nl erfahre ich dankenswerterweise, dass unlängst auf einer Werbeveranstaltung von Sweelinq mitgeteilt worden sei, wie die Sets sukkzessive angepasst würden. Zunächst hätte man diejenigen im Blick, die lediglich eine Klaviatur bis c''' bzw. d''' besitzen. Utrecht sei aber bereits dabei. 

Konkludent kann man dem entnehmen, dass eine standardisierte Erweiterung auf g''' geplant sein könnte. Aber Produktsicherheit für eine bereits verfügbare Ware sieht anders aus. Es wäre doch gut, wenn Noorlander in Sachen Sweelinq etwas mehr kommunizierte.

10.01.2026 - Gute Ware, mangelhafte Beschreibung

Sweelinq hat reagiert. Zwei Aussagen (hier in Übersetzung) fielen mir auf:

- "Wir bemühen uns nach Kräften, in der Premium-Version des Abonnements für alle Orgeln einen erweiterten Tastenbereich bis g''' und einen Pedalbereich bis f' zur Verfügung zu stellen."

- "Viele [Een groot aantal] der Sample-Sets (insbesondere die neueren) sind in 24 Bit, unabhängig von der Abtastrate (48 kHz oder 96 kHz)."

Also nichts Definitives, eher eine mangelhafte Warenbeschreibung. Kenne ich von so manchen Hauptwerkprodukten, insofern nichts Neues. Wie würde ich wohl reagieren, wenn mir in einem Fachgeschäft der Verkäufer so etwas sagen würde? 

Die positiven Dinge überwiegen jedoch: Die Klarheit und Räumlichkeit des Sets Utrecht/Bätz stellt eine neue Qualitätsstufe dar. Der derzeitige 96-kHz-Output meiner RME-Soundkarte (HDSP 9632 Hammerfall) wird gewiss dazu beitragen. Das Set dürfte gewiss zu den 24-Bit-Sets gehören, die Downloadgröße von 6 GB lässt darauf schließen. 

Die Nähe des Rugwerks ist bei Utrecht/Bätz gut spürbar und überlagert nicht das Hoofdwerk. Sensibel gemacht. Das erinnert mich an die Problemlage des Haarlem/Müller-Sets, die erste Version fand ich im Nachhinein gar nicht so schlecht. Die Teilwerke waren räumlich spürbar getrennt, das Hauptwerk trat vor der Dominanz des Rückpositivs jedoch nicht so sehr in den Hintergrund. In der zweiten Version ist das leider etwas der Fall. Too much. Ein Jammer, mit SW 3.0 kann man die alte Swop-Datei der Erstversion nicht mehr nutzen.
 
Jüngst verteidigte ein als weithin meinungsstark bekannter Hauptwerk-Sethersteller seine Mikrofonierung und stellte die Omnipräsenz eines Rückpositivs als völlig alternativlos dar. Indes: Das ist undialektisch. Es gibt immer Alternativen, gerade im Bereich der Hörposition. Sweelinq hat hier gute Arbeit geleistet, auch wenn sich der Hall ganz am Ende etwas arg schnell verschleicht. Etwas gewöhnungsbedürftig. Es fällt auf, dass das Hauptwerk-Set von Sonus Paradisi eine weithin identische Endphase der Raumanregung an den Tag legt.


Hinweis der zweimaligen Reihenfolge: Bovenwerk, Hoofdwerk, Rugwerk (jeweils einzeln), dann gekoppelt und mit Pedal

12.01.2026 - "We doen ons uiterste best"

Sweelinq ist die langersehnte Konkurrenz zum Produkt Hauptwerk, das mit abnehmendem Grenzwertnutzen zu kämpfen hat und dessen Verantwortliche den Bogen kaufmännisch ganz sicherlich überspannt haben. Vor dieser Folie sind alle Fortschritte von Sweelinq zu sehen. Es ist festzustellen, dass manche der neueren öffentlichen Verlautbarungen von Sweelinq die legendären Aussagen einer Michelle Qualley (Milan Digital Audio) assoziieren lassen.

Verkäufersprech mit Werbemetaphern können manchmal das Gegenteil des Beabsichtigten hervorrufen. 

13.01.2026 - 500 € und ein "Quo vadis"?

Jüngst schrieb mir ein Leser, dass er mit dem Kauf eines ca. 500 € teuren Hauptwerk-Sets doch eine arge Fehlinvestition auf den Weg gebracht hätte. 500 € wohlgemerkt. Ich konnte das zur Kenntnis nehmen und er hatte mein Mitgefühl. Aber ich nahm auch wahr, dass mir als Sweelinq-Nutzer derlei Herausforderungen und Enttäuschungen fremd geworden waren. 

Derzeit frage ich mich eher, ob sich die Premium-Variante für mich wirklich lohnt. Da sprechen wir über 50 €. Also eine Null weniger. Auch frage ich mich, welche weitere Orgeln außerhalb Hollands in Zukunft den Weg in die Sweelinq-Klangbibliothek finden werden. Das 104. Barock- oder Frühromantik-Set brauche ich nicht. Ein paar modernere und gleichwohl charaktervolle Orgeln Europas reichen mir auch. Gute Anfänge sind bereits gemacht worden.

16.01.2026 - 1,80 Euro und ein Quod erat demonstrandum

Und da sind sie wieder, die eingeschworenen Verteidiger linearer Sichtungen des Daseins. Hüben wie drüben, egal ob Digitalorgel, Hauptwerk oder Sweelinq, man verteidigt sein Spielzeug, auch wenn es gar nicht notwendig ist – zuweilen auch ungetrübt durch Verstandeskraft. Hier ein übersetzter O-Ton: 

"Für diese 180 Euro pro Jahr haben Sie überhaupt keinen Grund zur Beschwerde. Spielen Sie einfach weiter, machen Sie schöne Musik, ohne sich mit solchen Dingen zu beschäftigen." 

Das bezog sich auf meine folgenden Gedanken: Als Verbraucher möchte ich rechtlich verlässliche Informationen, keine Vermutungen. Wenn ich etwas für etwa 180 Euro kaufe, möchte ich wissen, was ich dafür bekomme. Das Gleiche gilt für eine Tafel Schokolade für 1,80 Euro. Bei Schokolade habe ich die Informationen, bei Sweelinq fehlen mir bestimmte Informationen. Persuasiver Werbesprech nervt.

Unterdessen hat Sweelinq ein Help Center auf seiner Website eingerichtet, wirklich neue und präzisere Angaben fallen jedoch insgesamt nicht auf. Die FAQ-Seite mit den Datengrößen der einzelnen Sets scheint übrigens nicht mehr auffindbar zu sein. 

17.01.2026 - Letzter Tag meiner Trial-Version von Sweelinq Premium

In mir reift der Entschluss, zur Standardversion zurückzukehren. Ich warte ab, bis sich die Lage bei Sweelinq geklärt hat und man den meines Erachtens etwas ungenauen Ankündigungen nachgekommen ist. Die um ca. 36 % teurere Premiumversion sollte sich lohnen. Werde ich morgen schon etwas vermissen? So auch den 96-kHz-Output? 

25.01.2026 - Ein immer wieder erstaunlicher Vergleich

Das erneute intensive Spielen mit Hauptwerk-Sets vergegenwärtigt den Systemvorteil der Software Sweelinq: Die Releases stimmen einfach immer. Man kann es nicht oft genug betonen, es ist ein wesentlicher Teil der Suggestion des Orgelsimulators. Releases korrekt zu justieren, ist in Sachen Hauptwerk keine Trivialität. Viele HW-Hersteller schwanken ein wenig zwischen "Kann ich nicht, ich kann nicht gut spielen" und/oder "Das kostet zu viel Zeit". Gerade bei differenzierter Artikulation werden mangelhafte Übergänge vom Legato über das Portato zum Staccato sehr schnell deutlich. Jeder geübte Organist merkt sofort: Da stimmt etwas nicht. 

Hier ist Sweelinq systemisch im Besitz eines veritablen Vorteils. Die deutschsprachige Version ist übrigens sehr gelungen. Mit dergleichen rechnet man als jahrelanger Hauptwerker gar nicht mehr.

27.01.2026 - Nun doch: Premium

Der Schritt war schnell vollzogen: Habe ein Upgrade auf Premium gekauft. Der Zeitraum des Abos wurde entsprechend verlängert. Die neue Version war dann im Handumdrehen an der Orgel verfügbar. Das Programm hatte sich meine bereits in der Testphase konfigurierten Sonderkoppeln gemerkt. 

Hauptmotiv war es letztlich, das Sweelinq vollumfänglich zu nutzen und das innovative Projekt zu unterstützen, auch wenn manches noch auf dem Weg ist. Es scheint der richtige Weg zu sein. Der Kauf eines Hauptwerk-Sets stand ebenfalls zur Debatte, aber die Befürchtung eines Fehlkaufs war mir zu groß. Die sogenannte Risikostreuung scheint mir bei Sweelinq erheblich besser zu sein.

Summary: Sweelinq 3 - Konkurrenz mit Weitblick  

Der anglo-amerikanische Monopolist Hauptwerk hat eine langersehnte und nachhaltige Konkurrenz erhalten, die ihn systemisch mehr trifft als GrandOrgue oder LiVE. Es ist aus Verbrauchersicht sehr zu begrüßen, dass dem alternativen und innovativen System Sweelinq Fortune beschert ist.  mehr 

Das war das Fazit meines Sweelinq-1-Testes. Die Erwartungen haben sich grosso modo mehr als erfüllt: Noorlander geht mit Sweelinq seinen Weg. Mit Sweelinq 3 ist eine erhebliche Etablierung des niederländischen Orgelsimulators spürbar. Die äuffällige Gereiztheit von marktbeteiligten HW-Forenmoderatoren mit durchaus ungenierten Machtfantasien, die vermehrten und auch nervigen Sale-Newsletter der Firma Milan Digital Audio sind das eine, die nüchterne Betrachtung der Fakten ist hingegen das andere: 

  • Sweelinq 3 zeigt den weiteren Weg des Komplettangebots auf. Noch nicht alle Pläne wurden von der Firma Noorlander realisiert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Die Audioqualität, die bereits vorhandene Vielfalt der Klangbibliotheken und die inklusive, stets aktuelle Software machen das Produkt beachtlich attraktiv.
  • Das Upgrade der Audio-Engine (v.a. 96kHz HD audio) repräsentiert einen gefestigten Qualitätssprung. Im Zusammenhang mit neuen und auch überarbeiteten Sets im 24-Bit-Format ist dieses erfreulich. Weshalb man die buffer size nicht individueller justieren kann, erschließt sich nicht. Eine Veränderung der Voreinstellung 512 ist offenbar nicht möglich.
  • Mit den neuen Sets (insbesondere mit dem Utrechter Bätz-Set) startet Sweelinq nochmals neu, und zwar in eine höhere Liga, die auch teuren Hauptwerk-Sets vernehmlich überlegen ist. Die bizarre Schimpfen mancher HW-Hardliner scheint diesen Umstand zu bestätigen. 
  • Sweelinq bleibt trotz zunehmender Differenzierung (Extra-Koppeln etc.) erstaunlich intuitiv bedienbar. Wer z.B. en détail intonieren will, hat in den leicht zu findenden Untermenüs hinreichend Betätigungsfelder. 
  • Die deutschsprachige Version ist sehr gelungen. Sie erstaunt, weil man mit diesem Service gar nicht mehr rechnet. Die Verantwortlichen von Hauptwerk hatten sich stets mit fadenscheinigen Bemerkungen der Verantwortung angesichts eines relativ großen deutschsprachigen Marktes entzogen. Die Zeit unverschämt überteuerter muttersprachlicher Bedienungsanleitungen Dritter ist vorbei. 
  • Die Werbesprache Noorlanders ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Sie gleicht der von Johannus, Gloria, Hauptwerk und Konsorten. Weitere technische Detailangaben und präzisere Produktbeschreibungen müssten auf die To-do-Liste. Mittlerweile wurde ein Help Center eingerichtet. 
  • Weitere Sets sollten über den niederländischen Tellerrand und das barocke oder frühromantische Zeitalter hinausschauen. Wichtige Schritte wurden bereits vollzogen, aber es ist noch Luft nach oben vorhanden.
  • Die Free-Version von Sweelinq ist eine gute Sache. Sie soll jeweils wechselnde kleine Sets enthalten. Ob es allerdings eine gute Entscheidung ist, die Dordrechter "Bach-Orgel" - das erste Set des Newcomers - dort dem Vernehmen nach verfügbar zu halten, mag dahingestellt sein. Sie besitzt zweifellos ihren Charme, ist technisch jedoch mittlerweile wohl etwas veraltet. Gleichwohl übertrifft sie um ein gerüttelt Maß das einzige Inklusiv-Set (St. Anne's/Moseley) des Konkurrenzsamplers Hauptwerk.
  • Ergo: Eine qualitätvolle Orgelsimulation geht also auch anders, nämlich bedienungsfreundlich, moderat im PC-Anspruch und letztendlich verhältnismäßig günstig.
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