Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601



 

Peter Bares - die "real existierende Kampfansage an die komplette Zunft!“ 

Für die hohe Kunst der Musik lohnt ein Leben - Zum Tod von Peter Bares am 2. März 2014 - Ein Beitrag von ORGANpromotion.org 

War das der Organist, Kirchenmusiker und Komponist Peter Bares? Die real existierende Kampfansage an die komplette Zunft der Kirchenmusik? Zumindest wollte er sich so verstanden wissen. Ein Neuerer, ein Visionär und ein Streiter. Peter Bares war einer der extremsten Sachwalter einer Musica sacra, der er das Etikett "semper reformanda" aufgedrückt wissen wollte. Wenn sein unerschütterlicher Einsatz für das je Neue in Bonmots gipfelte wie dem, dass er "keine Musik von toten Komponisten" spiele, dann zeigt es aber über deutlich, dass Peter Bares sich in eine Tradition von Kirchenmusik gestellt sah, die zur Zeit eines Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder Joseph Haydn im Grunde bis heute nicht anders ist. Die große Spannung und der endlose Disput des Kirchenmusikers im Spannungsfeld zwischen Kreativität und Amtskirche, Künstler, Pfarrer, Diözese. Davon konnte Peter Bares ganze Arien singen und er tat es lautstark. Peter Bares hat die Spannungen auf seine Weise durchlebt, ausgelebt, mit seiner Musik überlebt und der Klang lebt weiter.

Peter Bares (1936 – 2014) war ein Musiker und Künstler, der weit über seine beiden Wirkungsorte Sinzig und Köln hinaus wichtige Akzente in der Kirchenmusik und im Orgelbau des 20. Jahrhunderts gesetzt hat.

Seine Kreativität ist in der Orgel von Sankt Peter in Köln ein klingendes, gegenwärtiges Gemälde geworden.

„Ich hatte einmal das Vergnügen, während meiner Studienzeit in Köln Bares an der Orgel der Basilika St. Kunibert bei einer Improvisation zu hören. Der Rest des Konzertes ist in meiner Erinnerung nicht mehr präsent, wohl aber die eine Improvisation von Bares über das Te Deum, während die Schola von St. Kunibert im Hochchor der Basilika die Verse des großes ambrosianischen Hymnus in der Klanggestalt des gregorianischen Chorals sang. Mein Eindruck: So etwas habe ich noch nie gehört, und es fesselt mich bis heute - als wäre es erst gestern gewesen. Welche Ideenvielfalt sich da Bahn brach und trotzdem nicht zum Eigennutz, sondern im Dienst der Klänge des Chorals, der plötzlich hochaktuell und als Kind unserer Zeit erklang!“** (Michael Grüber - ORGANpromotion)

www.peter-bares.de
* Göttert/Isenberg „Orgeln in Köln“, 1998
** Dominik Susteck, Peter Bares, Komponist und Orgelvisionär, Köln 2011
Buchrezension von Dr. Frank Höndgen in „Stimmen der Zeit“
www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/archiv/beitrag_details?k_beitrag=3364259 
 
                                                                                                                                                                                                                              

                                                                                                                         

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